Akkordeonkonzerte zwischen Pazifik, Wüste und Geysiren

Überwältigt und voller unvergesslicher Eindrücke von Land und Leuten ist das Dirigenten-Orchester wieder aus Chile zurückgekehrt. Kein Teilnehmer konnte sich vorher vorstellen, dass soviel Herzlichkeit und  Kontakte mit der einheimischen Bevölkerung möglich wäre.
Ein recht straffer Zeitplan sah 14 Konzerte in einem Zeitraum von 3 Wochen vor, und da sollte noch Platz für Land und Leute sein? Aber die Zeit reichte, es gab sogar noch einen Abstecher nach Peru und es konnten herrliche Naturerlebnisse genossen werden.
Kein Konzert glich dem anderen, es wurde in feinen Konzertsälen, in einer Kathedrale,  unter freiem Himmel, in Turnhallen und auf Plazas gespielt. Im kleinen Andenstädtchen Toconao kamen 80 Zuhörer, das Abschlusskonzert im feinen Teatro Oriental in Santiago war mit 1400 Zuhörern bis auf den letzten Platz besetzt. So  war es für die Dirigenten Dieter Witz und Uwe Rapp und auch das Orchester bei jedem Konzert eine neue Herausforderung, sich auf die jeweils vorhandene Technik und Akustik und die ganz verschiedenen Zuhörergruppen einzustellen.

Das Orchester hatte in Frankfurt die Instrumente aufgegeben und konnte sie nach über 30 Stunden Reisezeit in Arica, der nördlichsten Stadt Chile, wieder in Empfang nehmen. Dort wurden alle auch sehr herzlich in Familien aufgenommen und lernten die große Gastfreundschaft kennen.

Konzert in der deutschen Schule in Arica

Konzert in der deutschen Schule in Arica
 

Iquique, Calama, San Pedro de Atacama waren die nächsten Stationen.

Besuch einer Kunstschule in Iquique

Besuch einer Kunstschule in Iquique

Besuch der weltgrößten Kupfermine Chuquicamata bei Calama

Besuch der weltgrößten Kupfermine in Chuquicamata bei Calama

Gruppenfoto in Chuquicamata

Gruppenbild vor der Kupfermine


Vom Pazifik ging es in die Atacamawüste, die ihrem Ruf, die trockenste Wüste der Erde zu sein alle Ehre machte. Erstmals konnte persönlich erlebt werden, wie es ist kein fließendes Wasser zu jeder Zeit zu haben. Hier konnten aber auch mit die eindrücklichsten Naturerlebnisse genossen werden.

Konzert im Kulturzentrum von San Pedro de Atacama

Im "Mondtal", dem Valle de la luna

Der Sonnenuntergang im Valle de Luna, dem berühmten Mondtal, eine Fahrt zu den in über 4000 m Höhe gelegenen Tatio-Geysiren, verbunden mit einem Bad bei minus 12 Grad Außentemperatur und ein Besuch der Chaxa-Lagune, einem berühmten Salzsee mit Bilderbuch-Flamingos wird unvergesslich bleiben.

Menschen im Bergdorf Socaire

Besuch im Bergdorf Socaire in 3200m Höhe

Flamingos in der Laguna Chaxa

Flamingos in der Laguna Chaxa

Die Tatio-Geysire

Die Tatio-Geysire

Kirche in San Pedro de Atacama

Kirche in San Pedro de Atacama

La Portada bei Antofagasta

La Portada bei Antofagasta

Die sog. "Hand Gottes"

Die sog. "Hand Gottes"

Danach ging es weiter nach Süden, in Mejillones und La Serena, beides bekannte Ferienorte in Chile, wurde das Orchester stilgerecht in Cabañas, kleinen Ferienhäusern, am Strand untergebracht, weitere Konzertorte waren Copiapò und anschließend Vicuña, im berühmten Elqui-Tal.

Konzert in Copiapo

Konzert in Copiapò

Ein gut besuchtes Konzert in Copiapo

Ein gut besuchtes Konzert in Copiapò

Die deutsche Schule in San Felipe erwartete das Orchester mit großer Spannung in der dritten Woche, erstmals gab es ein Konzert in der dortigen Kathedrale mit einem weltlichen Orchester. Zu diesem Anlass war nicht nur der Bischof persönlich erschienen, auch ein Fernsehteam nahm das ganze Konzert auf. Nur wenige Kilometer weiter, in Los Andes, dann die gleiche Herzlichkeit.

Besuch einer chilenischen Schule in Los Andes Besuch einer chilenischen Schule in Los Andes

Dieser Ort ist bekannt als Ausgangspunkt für Bergsteiger und Skifahrer. Die letzten Konzerte waren in der Universität St. Maria in Valparaiso und im Teatre Oriente in Santiago, sie waren sicherlich auch in musikalischer Hinsicht die Höhepunkte der Konzerttournee.

Blick auf Santiago de Chile

Blick auf Santiago de Chile

Das Orchester sah sich auch als Botschafter für die Akkordeonmusik in einem Land, in dem das Instrument solistisch sehr geschätzt wird. Für viele Zuhörer war es das erste Mal, dass sie überhaupt eine Orchester in dieser Zusammensetzung hören konnten. Um Botschafter sein zu können, bedurfte es aber noch mehr und so hatte der Organisator in Chile, der deutsch-chilenische Bund, in allen Konzertorten noch Workshops mit Schulen vereinbart.
Bei diesen Veranstaltungen wurde gemeinsam musiziert, getanzt und gesungen. Sie fanden in Schulen für mehrere Hundert Kinder und auf einem Dorfplatz in 3000 m Höhe in den Anden statt. Überall war jedoch die große Freude und das spontane Mitmachen der Schüler zu spüren und zu erleben. Gerade diese Begegnungen haben sich tief eingeprägt und viel Kraft bei dieser Reise gegeben. Als in Santiago die Instrumente am Flugplatz aus dem Tourneebus ausgeladen wurden, konnten auf rund  4000 Kilometer Chile zurückgeblickt werden. Zeit und Entfernung genug, um auch von etwas von der chilenischen Gelassenheit anzunehmen und mitzubringen.   

Konzert auf  der einsamsten Insel der Welt!

Sie gilt als die einsamste Insel der Welt, weil sie weitab von jeglichem Festland und anderen Inseln ist, die Osterinsel oder auch Rapa Nui, die große Insel, genannt. Die Osterinsel einmal besuchen, das ist der Wunschtraum vieler Menschen. Ein Akkordeonensemble des Dirigenten-Orchesters der Kreisvereinigung unter der Leitung von Dieter Witz und Uwe Rapp erfüllte sich diesen Wunsch und konnte fünf Tage  diese faszinierenden Insel erleben. Nach der dreiwöchigen Konzerttournee durch Chile flog das Ensemble auf Einladung des deutsch-chilenischen Bundes und der Inselverwaltung nach Hanga Roa, der „Hauptstadt“ und dem einzigen Dorf der Insel mit rund 3000 Einwohnern..

 


Bereits auf dem kleinen Flughafen wurde die Gruppe wie Staatsgäste empfangen und in das idyllische Hotel Hotu Matua geleitet wo zur großen Überraschung der Teilnehmer der Bürgermeister die Unterbringung „angeordnet“ hatte. Zur Betreuung stellte er für die Dauer des Aufenthaltes seinen „Sport- und Tourismusminister“ ab, der uns seine Insel mit großer Begeisterung und Sachkenntnis vorstellte und nahe brachte.
Mehrere erloschene Vulkane prägen das Bild der Osterinsel, sie  sind bis zu  500 m hoch und können auch erwandert werden. Gleich zu Anfang des Besuches wurde einer dieser Rano in der Inselsprache bestiegen und der tief unten liegende Kratersee mit seinem Binsenbesuchs bewundert. Auf dieser Wanderung, aber auch bei Fahrten über die Insel erfuhren die Teilnehmer viel über die Mythen, Petroglyphen  und die Geschichte der Insel und ihrer Bewohner. Zahlreiche der legendären Moais und Ahus wurden besucht und alle Mitreisenden  konnten sich überzeugen, dass es sehr unterschiedliche Formen und Ausführungen davon gibt. Ein Empfang im Rathaus und eine persönliche Einladung zu einem traditionellen Essen beim Inselchef rundeten den offiziellen Teil ab.



Das Ensemble wurde überall mit großer Herzlichkeit empfangen, wohl weil es auch für die Insulaner etwas besonderes war, dass in ihrer Schule ein gemeinsamer Workshop mit den Schulkindern abhalten wurde. Auch das Konzert in der Halle des Ortes war für sie etwas Besonderes und wurde auch vom Inselrundfunk übertragen. Die mitwirkende Tanzgruppe der Schule begeisterte durch die natürliche  Anmut der grazilen Tänzerinnen. Ein besonderes Wetterphänomen gab es auch zu erleben, das Wetter wechselte mehrmals täglich übergangslos zwischen Starkregen und Sonnenschein und so freuten sich alle sehr, dass zum Abschluss des Aufenthaltes in einer Badebucht sogar richtiges Südseefeeling genossen werden konnte. Mit starken Eindrücken, neu geschlossenen Freundschaften  und vielen Muschelketten behängt flog das Ensemble dann wieder über Santiago de Chile zurück nach Deutschland.